Normalzeugnis Zeugnis

Dichtung und Wahrheit XIV (WA I 28, 282)

Schon Sophie Laroche gab uns den besten Begriff von diesen edlen Brüdern Jacobi; Demoiselle Fahlmer, von Düsseldorf nach Frankfurt gezogen, und jenem Kreise innig verwandt, gab durch die große Zartheit ihres Gemüths, durch die ungemeine Bildung des Geistes, ein Zeugniß von dem Werth der Gesellschaft in der sie herangewachsen. Sie beschämte uns nach und nach durch ihre Geduld mit unserer grellen oberdeutschen Manier, sie lehrte uns Schonung, indem sie uns fühlen ließ, daß wir derselben auch wohl bedürften. Die Treuherzigkeit der Jüngern Jacobischen Schwester, die große Heiterkeit der Gattin von Fritz Jacobi, leiteten unsern Geist und Sinn immer mehr und mehr nach jenen Gegenden. Die letztgedachte war geeignet, mich völlig einzunehmen: ohne eine Spur von Sentimentalität richtig fühlend, sich munter ausdrückend, eine herrliche Niederländerin, die, ohne Ausdruck von Sinnlichkeit, durch ihr tüchtiges Wesen an die Rubens’schen Frauen erinnerte.

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