Brief
An Johann Heinrich Lips (28. November 1788)
Ich habe die Platten zur rechten Zeit, wohl erhalten und mich über die Arbeit sehr gefreut, ich dancke Ihnen für die gute und schnelle Besorgung.
Nun eine Anfrage: wollten Sie wohl übernehmen zu einer neuen Auflage meiner Wercke vors erste die fünf Titel kupfer der fünf ersten Theile nochmals zu stechen. Zweye sind schon von Ihrer Hand, zur Iphigenie und zum Egmont, letzteres würden Sie nur kopiren, ersteres könnten Sie noch einmal durchdencken und vielleicht eins und das andre daran verändern. Die übrigen dreye, zu Werther Götz v. Berlichingen, Stella könnten Sie, je nach dem Sie damit zufrieden wären, entweder beybehalten und sie nur mit mehrerer Correcktion und Qualität nachbilden, oder sie gar anders komponiren, oder sich aus den Stücken andre Gegenstände wählen. Eben so mit den Vignetten. welche meistens schlecht sind und ganz umge/arbeitet werden müßen.
Alles bliebe in demselbigen Formate.
Wollen Sie mir nur mit wenigem sagen: ob Sie diese Arbeit zu übernehmen gedächten? Sie könnten nach und nach daran arbeiten.
Schreiben Sie mir doch von Zeit zu Zeit wie es Ihnen geht und was Sie vornehmen? Ich füge noch ein Blat bey mit dem Ersuchen die verlangte Vignette sobald als möglich zu fertigen Arbeiten Sie solche recht fleißig, sie kommt zu einem artigen Werckchen. Grüßen Sie Landsleute. Prof. Moriz ist noch nicht angekommen. Leben Sie recht wohl. W. d. 28 Nov. 1788
Goethe
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