Brief
Von Christian Ferdinand Hartmann (19. August 1800)
H. kündigt ein Kistchen, mit einem Bildchen und einer Zeichnung zur "Preisaufgabe fürs Jahr 1800" ("Propyläen" III 1) an. Während der Bearbeitung sei er ziemlich genau bey dem Homer geblieben. Er begründet Einzelheiten seiner Zeichnung "Hektors Abschied" mit seinem Bestreben nach Klarheit und Deutlichkeit: Das 2. Thema "Tod des Rhesus" ist gewiß eine der schwersten Aufgaben in dem Homer, wie überhaupt die Darstellung heroischer Gegenstände aus der grauen Vorwelt, noch ein ziemlich unbearbeitetes Feld für die bildende Kunst sei und die tiefste Kenntniß der menschlichen Natur, neben einem lebhaften Gefühl fürs Große und Schöne erfordere. An den Colossen auf dem Quirinal in Rom haben wir freilich vollkommene Muster [...]. Auch nach der Lektüre von Homer, Pindar und Philostratos gelinge ihm die Gestaltung nicht nach seinem Wunsch. Beim "Tod des Rhesus" habe er versucht, den Figuren Größe und Heldengeist einzuhauchen und dem Bilde Ruhe und Einheit zu geben. - Aus Rom habe er zurückgelassene Sachen erhalten und könne nun mit mehr Hülfsmitteln arbeiten und G. etwas vorlegen. - Anfrage, ob G. seine umgeänderte Zeichnung (vgl. RA 3, Nr. 746) erhalten habe. Empfehlungen von seinem Vater Johann Georg.
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