Brief
An Christian und Friedrich Leopold Graf zu Stolberg-Stolberg (4. Oktober 1775)
Mir ists wie mirs seyn kann. danck euch Ungeheuern für eure Briefe, und so das Meerweib nicht schreibt, so hauts, wenns aus dem Bade steigt mit Nesseln. Ich hab euch drey dramatisirt. Gr. Cristian truchsess, Gr. Fr. Leopold u. Juncker Curt. Wo ihr auf dem grosen Krönungs Saal zu Franckfurt in naturalibus hingestellt seyd. Wenn ich nach Weimar kan, so thu ichs wohl. Gewiss aber euch zu Liebe nicht! Und keinem Menschen zu Liebe, denn ich hab einen Pick auf die ganze Welt. Ich gönn euch eure Reise. die ist eurer Werth! Und darf sich kein Hund ihrer rühmen. und werdet begafft werden darob wie sich s ziemt. Zimmerm hat euch weidlich gepriesen. da sind unendliche Briefe ans Meerweib. So lebt wohl lieb Brüder. Was ich treibe ist kei werth geschweige einen Federstrich. Gustgen ist ein Engel. Hohls der teufel dass sie Reichsgräfin ist – – Ubrigens binn ich mit der vollkommensten
schreibt hier her wann ihr
nach Weimar kommt.
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