Brief

Von Marianne Meyer (Eybenberg) (26. Dezember 1797)

Wiederholtes Bedauern, ohne Nachricht von G. zu sein. Anfrage, ob G. ihren Brief vom 28. bis 30. September (RA 2, Nr. 985) durch L. von Göchhausen erhalten habe. - Zu der Entscheidung, daß M. am 16. Januar 1798 nun doch nach dem glänzenden Berlin zurück kehren solle. Über die Annehmlichkeiten ihres Königsbrücker Aufenthaltes und ihre Sorge, wieder die drückendlästigen, sinnentleerten Berliner Verhältnisse ertragen zu müssen. Allerdings vermeide sie jegliches Selbstmitleid, denn es verzehrt unsere Kräfte, und hemmt unsere Thäthigkeit. - Mutmaßungen über G.s jetzigen Aufenthaltsort. Sie trage die Besorgung dieses Briefes L. von Göchhausen auf. - Positives Urteil über Schillers "Musenalmanach" für 1798. Anfrage, warum die Göttliche Elegie nicht erschienen sei, denn außer der bewunderung hätte sie in mancher Brust auch Beschämung erregt (vgl. RA 2, Nr. 652). - Das Epos "Hermann und Dorothea" leuchte wie ein schöner lieblicher Stern am Litterarischen Horizont und entzückt fast allgemein. - Sobald M. wisse, daß G. in Weimar sei wolle sie ihm ein Basrelief von sich schicken.

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