Brief

Von Karl August Ludwig Philipp Varnhagen von Ense (5. Juli 1812)

V. übersendet ein an die Kaiserin Maria Ludovika von Österreich gerichtetes, nicht ohne G.s Einfluß entstandenes und ihm in gewissem Sinne angehörendes Gedicht. Einzelheiten dazu; erwähnt: der griechische Dichter Simonides sowie der V. günstig gesonnene Graf Metternich. Dieser habe schon früher der Kaiserin einige der künstlichen Ausschnitte V.s zugestellt. - In einigen Wochen wolle V. nach Berlin reisen, um seine verehrte Freundin (R. Robert) wiederzusehen. Vielleicht könne er auf der Durchreise in Teplitz G. persönlich kennenlernen und Gelegenheit finden, ihm die reichen Schätze eines der in der Anlage außerordentlichsten Leben zu eröffnen. - W. Maaß habe in Prag Gastrollen gegeben. Eines größern Eindrucks im Schauspiel könne sich V. nicht erinnern; erwähnt: die Darstellung der Luise in "Kabale und Liebe" (von Schiller) und G.s Anteil an der Ausbildung der Schauspielerin. - Sein Freund Beethoven trage ihm auf, G. seine Verehrung zu bezeugen. Er werde aufs neue die Heilkräfte des Töplitzer Bads gegen seine unglückliche Taubheit versuchen; über Beethovens angeborene Wildheit und leiseste Empfänglichkeit für musikalische Töne.

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