Brief
Von Philipp Otto Runge (26. April 1806)
Zur Erinnerung an die Gütige Aufnahme durch G. in Weimar (im November 1803) übersendet R. beyfolgende 4 blätter (Stiche von "Die Zeiten"). R. verbringe den Sommer mit Frau u Kind (Sigismund) in Wolgast und wolle G. ausführlicher schreiben, wenn er dort zur Ruhe gekommen sei. Die seit seinem Besuch bei G. angefertigten Arbeiten seien so sehr versuche, daß sie sich nicht für die Weimarer Kunstausstellung geeignet hätten. Nach seiner Rückkehr von Wolgast wolle er G. das beste seiner weiteren Arbeiten mitteilen; am meisten hat es mich erfreut daß Sie künftig Ihr Augenmerk mehr auf die Farben richten wollen und ich hofte Ihnen schon lange von dieser Seite mich nähern zu können [...]. R. sei sehr von der Kunstwelt abgeschnitten, obgleich er im nächsten Jahr wieder nach Dresden gehen wolle. Hoffnung auf einige Worte zum Trost von G. - Er wolle in diesem Sommer ein Porträt seiner Eltern ("Elternbildnis") für die Geschwister und andere Porträts malen. Die Skizzen dazu sowie seine Arbeit von dem Ossian (geplante Illustrationen) wolle er G. zukommen lassen.
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