Brief
Von Friedrich Schiller (18. Juni 1796)
J. H. Voß sei noch nicht angekommen. - Ausführliche Würdigung der Idylle "Alexis und Dora" ("Musenalmanach" für 1797), die unter das schönste gehöre, was G. geschrieben habe. - Über die 7. und 8. Sammlung der "Briefe zu Beförderung der Humanität" (Ruppert 958) von Herder urteile S. ebenso wie G. Herder wirke dadurch, daß er immer aufs Verbinden ausgeht und zusammenfaßt, was andere trennen, immer mehr zerstörend als ordnend auf S. An seinen Confessionen über die deutsche Litteratur verdrießt mich [...] auch die sonderbare Art von Toleranz gegen das elende. Seine Verehrung gegen E. C. von Kleist, H. W. von Gerstenberg und S. Geßner und überhaupt gegen alles verstorbene und vermoderte hält gleichen Schritt mit seiner Kälte gegen das Lebendige. - S. sei gespannt, welchen Eindruck G. von Jean Paul gewonnen habe. Von C. von Kalb habe S. erfahren, daß die Verhandlungen mit Iffland wegen seines Weimarer Engagements gescheitert seien. W. von Humboldt sei von "Alexis und Dora" und von "Benvenuto Cellini" ("Horen" 1796-1797) außerordentlich befriedigt. Die "Xenien" erhalte G. am 11. Juni. Über künftige Pläne zu den "Xenien" ("Musenalmanach" für 1797).
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