Tagebucheintrag

Tagebuch 1779, 25. Juli 1779

Wollte Sontags d. 25 auf Berke. in der Nacht wardein gewaltsam Feuer zu Apolde, ich früh da ich’s erst erfuhr hin, und ward den ganzen Tag gebraten und gesotten. d. Herzog warauswarts in Bentleben und Erfurt. Verbrannten mir auch meinePlane, Gedancken, Eintheilung der Zeit zum theil mit. So gehtdas Leben durch bis ans Ende, so werdens andre nach uns Leben.Ich dancke nur Gott dass ich im Feuer und Wasser den Kopf oben habe, doch erwart ich sittsam noch starcke Prüfungen, vielleichtbinnen vier Wochen. Meine Idee über Feuerordnung wieder bestätigt. Uber hiesigebesonders wo man doch nur das Spiel, wie in allem, mit denenKarten spielt die man in diesem Moment aufhebt. Der Herzog wird endlich glauben. Die Augen brennen mich von der Glutund dem Rauch und die Fussolen schmerzen mich. Das Elend wird mir nach und nach so prosaisch wie ein Kaminfeuer.Aber ich lasse doch nicht ab von meinen gedancken und ringe mit dem unerkannten Engel sollt ich mir die Hüfte ausrencken. Es weis Kein Mensch was ich thue und mit wievielFeinden ich kämpfe um das wenige hervorzubringen. Bey meinem Streben und Streiten und Bemühen bitt ich euch nicht zulachen, zuschauende Götter. Allenfalls lächlen möcht ihr, undmir beystehen.

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