Normalzeugnis Zeugnis
Maria Körner an K. G. Weber, Aug. 1796 (Weldler-Steinberg S. 11)
In Jena fanden wir über Erwarten Schiller gesund, den Tag nach unserer Ankunft kam Göthe auch hin, und blieb die 3 Wochen unsers Aufenthalts auch da. Sie können denken, daß von Körners Seite rechte Geistesschwelgerey getrieben wurde, wir genoßen freylich auch manche herzerhebende Brosamen von der Reichen Tische. Schillers und Göthens schönste Sachen für den diesjährigen Almanach wurden in dieser Zeit gemacht. Wir mochten mit unsrer Lebensart den andern Jenensern ein Greuel seyn, ausgegangen wurde wenig, die andern sahen wir nur notdürftig, nach Weimar giengen wir auch nicht, denn was wir da am meisten liebten hatten wir in unsrer Mitte, dies können uns die dortigen schönen Geister nicht vergeben. Göthe sein Aussehen hat sich sehr verändert, er ist sehr stark geworden, dadurch sind ganz die großen Augen verlohren gegangen alle Züge aus einander, nun ist zwar sein Gesicht nicht mehr dem Apoll von Belvedere ähnlich; aber die Leyer weiß er noch eben so gut wie er zu spielen.
Bezüge im Wissensnetz
Teil von (2)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch