Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (30. Dezember 1816)

Über G.s gichtige Beschwerden und K.s Erfahrungen mit der Gicht. Weimar sei der wahre Wohnsitz dieses Uebels, zumal für Wassertrinker, und Jena sei in dieser Rücksicht eben auch nicht anzu preisen. - K.s Finanzübel habe der Erbgroßherzog vor der Hand etwas gehoben. Es sei nur so unmenschlich theuer. - Er habe nur mit den wenigen Freunden Umgang, die ihn besuchten. J. G. Lenz erzähle von seinen verborgenen Herrlichkeiten, die ihm noch nicht zu sehen vergönnt worden. Über vier wackere Schwaben (K. Cramer, E. Le Suire, K. E. Rauh und G. Seiler) aus K.s Geburtsort Wallerstein, die der Fürst zu Oettingen-Wallerstein auf seine Kosten in Jena studieren lasse; auch werden sie auf seine Kosten nächsten Sommer zu Prof. Sturm nach Tiefurth gehen (vgl. RA 7, Nr. 850). - Vor kurzem sei K. zu einem grossen Gemälde von S. Rosa gekommen, einer prächtigen Landschaft, mit vielem treflichen Vieh, das er nach H. Meyers Vorschrift mit Mastix und Terpentinöhl ein wenig anstreiche. - Gruß an A. von Goethe.

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