Brief
Von Friedrich Bury (28. September 1793)
B. freue sich darüber, daß G. und Herzogin Anna Amalia die "Pieta" Carraccis zu erhalten wünschten, und habe sie abgesandt. Die dafür ausstehenden restlichen 50 Scudi benötige B. dringend. - B. berichtet von seiner Verbindung zu dem Prinzen August Friedrich von England und dessen Arzt Domeier. Der Prinz habe ihm zum Verkauf seiner beiden Zeichnungen nach Leonardo da Vincis Christus ("Jesus als Weltenheiland" von Marco d'Oggionno) aus dem Palast Aldobrandini und der "Madonna mit dem Kinde" aus dem Palast Barberini verholfen, so daß B. seine Schulden bezahlen könne. - B.s Bestrebungen ein großer Künstler zu werden, hätten sich etwas gelegt, besonders angesichts des Todes von A. Trippel, der nach einer vierzehntägigen Krankheit am 23. September um 12 Uhr Mittag gestorben sei. Dessen Arbeiten werden wohl diesen Winter zum Verkauf ausgestellt werden; G. möge B. seine Bestellungen auftragen. - Seit dem 1. Juni weile A. L. Hirt in Deutschland.
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