Normalzeugnis Zeugnis

F. H. Jacobi an Goethe 28. 12. 1812 (Jacobi S. 259)

Daß im dritten Theil deines Biographischen Versuchs meiner in allem Guten gedacht werden soll, freut mich unendlich. Sorge nur, daß ich die Erscheinung dieses 3ten Theils auch noch erlebe. Ich hoffe du vergißest in dieser Epoche nicht des Jabachschen Hauses, des Schloßes zu Bensberg und der Laube, in der du über Spinoza, mir so unvergeßlich, sprachst; des Saals in dem Gasthofe zum Geist, wo wir über das Siebengebirg den Mond heraufsteigen sahen, wo du in der Dämmerung auf dem Tische sitzend uns die Romanze: Es war ein Buhle frech genug – und andere hersagtest ... Welche Stunden! Welche Tage! – Um Mitternacht suchtest du mich noch im Dunkeln auf – Mir wurde wie eine neue Seele. Von dem Augenblick an konnte ich dich nicht mehr laßen.

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