Brief

Von Friedrich Heinrich von Jacobi (1. September 1811)

Der Überbringer des Briefes sei der im Frühjahr hier erstochene, aber glücklicherweise nicht todt gebliebene F. Thiersch, den G. befragen könne über alles, was J. und München betreffe. Thiersch werde auch den von J. Christen gefertigten Gipsabdruck eines Jacobi-Porträts mitbringen. - Von F. von Schlichtegroll habe G. bereits erfahren, daß J. wiederholt bei Kronprinz Ludwig von Bayern wegen der ausstehenden Bezahlung K. G. Weissers (vgl. RA 6, Nr. 1615) vorgesprochen habe. Der Kronprinz, der in diesen Dingen sehr zuverlässig sei, habe zugesichert, im kommenden Jahr bei dem braven jungen Künstler Bestellungen zu machen. - Wenn bereits die Beschreibung des Münchener Münzkabinetts im letzten Akademiebericht G. vorzüglich lüstern gemacht habe, werde er es jetzt noch mehr sein, da man auch die berühmte Cousinerische Sammlung erworben habe. Ein Besuch G.s würde J. erfreuen. - Der 2. Teil der "Farbenlehre" habe J. einen unsäglichen Genuß gegeben. Hoffnung, G. werde an J.s "Von den göttlichen Dingen" ebenfalls Freude finden. - J.s Schwestern (Lotte und Lene) und der biedre Max mit seiner Frau senden Grüße an G. und dessen Familie. Bitte, H. Meyer zu grüßen.

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