Brief
Von Christian Gottfried Körner (10. November 1812)
Dank für den 2. Teil von "Dichtung und Wahrheit"; dabei hervorgehoben: der ruhige und gehaltene Ton der Erzählung, der den Totaleindruck einer Musik mache, die zum Genuße eines Geisteswerks höherer Art vorbereite und K. aus der drückenden Atmosphäre der Wirklichkeit [...] in eine heitre Region emporhebe. G. möge auf die Fortsetzung nicht lange warten lassen. Mit dem Fortschritt zum reiferen Alter werde wohl auch der Stoff immer ernster werden. - Dank für die gütigen Äußerungen über T. Körners Trauerspiel "Zriny". Die Premiere in Wien werde durch die Zensur verzögert (auf Anfang 1813), so daß sich auch die Abreise seines Sohns verschiebe. Dieser werde nach Weimar die Dramen "Rosamunde" und "Hedwig" sowie einige Opern ("Der vierjährige Posten", "Der Kampf mit dem Drachen", "Die Bergknappen", "Das Fischermädchen" und "Alfred der Große"), die beiden letzteren bereits von einem talentvollen jungen Manne (J. P. S. Schmidt) komponiert, mitbringen. - Empfehlung von K.s Familie.
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