Brief
Von Friedrich Schiller (5. Juli 1796)
Eingehende Analyse des Charakters von Wilhelm Meister. Kein anderer hätte sich so gut zu einem Träger der Begebenheiten geschickt [...]. Er sammelt so zu sagen den Geist, den Sinn, den innern Gehalt von allem ein, was um ihn herum vorgeht, [...] und indem er dadurch seinen eigenen Charakter erfüllt, erfüllt er zugleich aufs vollkommenste den Zweck des ganzen. - Interessant sei auch, daß ein Roman, der so gar nichts 'sanscülottisches' hat, vielmehr an manchen Stellen der Aristokratie das Wort zu reden scheint, mit drey Heurathen endigt, die alle drey Mißheurathen sind. S. gebe zu bedenken, ob man einer eventuellen falschen Beurteilung nicht noch durch ein paar Worte 'in Lotharios Munde' begegnen könne. - Bitte um V. Carloix' "Mémoires de la vie de François de Scepeaux Sire de Vieilleville et Comte de Duretal" (Paris 1757).
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