Brief
An Heinrich Christian Boie (23. Dezember 1774)
Auch wieder ein Wort mein l. Boje das ich Ihnen so lang schuldig bin, und herzlichen Danck für die überschickten Sachen. Schönborn schreibt aus Algier, grüst Sie, und meldet dass Sie mir einige Sachen für ihn senden würden. Thun Sies doch gleich, und auch eine Gel. Republ. für ihn, die hat der Arme noch nicht gelesen. Ich mach ihm allerley zusammen und spedirs nach Marseille. So kriegt ers eben gegen das Frühjahr. Behalten Sie unsern frugalen Abend im Gedächtniss, und schicken mir doch indess auf Abschlag die Niobe, recht wohl gepackt ich bitte. Sie glauben nicht wie noth mirs wieder um so eine Erscheinung thut. Sie sollen auch einen ganz neu gefertigten Medaillon von meiner Nase haben, der ganz wohl gerathen ist. Das heisst nun zwar immer Gold gegen Bley, Aber zu meinem Bley leg ich eine grose Quantität guten willen. Die versprochnen Gedichte kriegen Sie auch nächstens. Hahn ist ein sehr lieber Mann. Ich zeichne mehr als ich sonst was thue, liedere auch viel. Doch bereit ich alles, um mit Eintritt der Sonne in den Widder eine neue Producktion zu beginnen, die auch ihren eignen Ton haben soll. Es ist wieder Eis Bahn, adieu ihr Musen, oder mit hinaus auf die Bahn, wohin ihr Klopstocken folgtet. Adieu l. Mann. Behalten Sie mich lieb. Frfurt. d. 23 Dez. 1774.
G.
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