Brief
Von Johann Heinrich (genannt Jung-Stilling) Jung (13. Juli 1804)
J. entschuldigt sich, daß er bei seinen Durchfahrten durch Weimar G. nicht aufsuchen konnte. Der gemeinsamen Zeit in Straßburg mit Vergnügen gedenkend, habe er zu G. das Zutrauen, daß auch er sich seiner trotz verschiedener Denkungsart in Liebe erinnern werde. - Bitte, dem Gelehrten J. J. Stutzmann eine Stelle an der Universität Jena zu verschaffen. Stutzmann sei eine Zeitlang Haus-lehrer bei C. T. Wolf in Heidelberg, dann mit Erfolg Privatlehrer der orientalischen Sprachen in Göttingen gewesen. J. F. Mieg, K. Daub und andere Freunde hätten sich um ein akademisches Lehramt für ihn bemüht, und als ihm ein solches durch Privatbriefe aus Karlsruhe an der Heidelberger Universität zugesichert worden sei, habe er seine Stelle in Göttingen aufgegeben. Inzwischen sei aber durch die Universitäts-Curatel in Heidelberg die Position anderweitig besetzt worden, so daß ihm J. nach Jena verhelfen wolle. - J. selbst sei vom Kurfürsten Karl Friedrich von Baden als homme des Lettres ohne irgend ein Amt [...] mit 1 200 Gulden Gehalt berufen worden. Ich bin also jezt blos Schriftsteller, und Augenarzt.
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