Brief
Von Johann Heinrich Meyer (3. bis 8. Juni 1797)
Bericht über seine Lage: Unsäglich habe ich über diese Zeit der Krankheit ausgestanden und ich glaube kaum, daß man Elender werden kann. Über den Kriegszustand in Italien. - In Hinblick auf J. F. Frauenholz, der zur Erfassung der Kunstschätze in Italien den Maler J. C. Reinhart, den Architekten F. Weinbrenner und K. L. Ferhow als Philosophischen Reisebeschreiber nach Süditalien gesandt habe, hält M. auch bei G.s Projekt einige Überlegungen und Beratungen für ratsam. Vorschlag, eine kleine Gruppe von Künstlern verschiedener Art zu vereinen, die Italien zwecks Kunststudien und Stoffsammlung für G.s geplante Kunstgeschichte bereisen solle; Erwähnung von W. F. Gmelin und J. K. Escher. - Inzwischen habe M. drei schöne Kunstwerke erhalten: Den Christuskopf am Ziborium der Capella dell'Annunziata von A. del Sarto, die Studie "Ansicht vom Palatin aus" von N. Poussin und die Landschaft mit dem heiligen Hieronymus von Tintoretto. - Nach Ankunft in der Schweiz wolle M. einen Entwurf der Geschichte der Neuern Kunst [...] von Cimabue bis auf Raphael erarbeiten. Von seiner großen Freude auf eine dortige Begegnung mit G.; Angabe seiner Schweizer Adresse.
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