Normalzeugnis Zeugnis

J. H. Landolt, Reisetagebuch 9. 6. 1783 (GJb 13, 131)

Heute entdekte uns Landolt und Escher unser Friseur, dass er auch die Ehre habe den Hrn. Geheimderath Göthe zu bedienen; und da wir ihn fragten, ob wir denselben wol diesen Morgen sehen könnten, so sagte er: O! ja wir sollten nur hingehen, er werde uns gewiss annehmen. Wir versuchten es, und es war so ... Göthe ist Geheimer Rath, und lässt sich Excellenz heissen, denn der Herzog hat ihn geadelt! – Er empfieng uns sehr höflich. Seine Phisionomie ist stark, und eben nicht einnehmend, die Gesichtsfarbe schwärzlich, und die Nase ziemlich gross; seine schwarzen Augen sind lebhaft, und verrathen einen feurigen Geist. Izt schreibt er nicht mehr viel, weil er, wie er sagte, so sehr mit Geschäften überhäuft ist. Wir blieben eine kleine Viertelstunde bey ihm, unser Gespräch betraf ganz gleichgültige Dinge. Man merkt es ihm an, dass er sich Mühe giebt seine Würde zu behaupten und immer zu representiren.

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