Brief
Von Friedrich Prinz von Sachsen-Gotha und Altenburg (20. März 1811)
Ein fürchterliches Schnupfen-Fieber habe S. in sein Zimmer gebannt und so verhindert, G. unmittelbar für seinen Brief zu danken, den er vor drei Tagen erhalten habe; erwähnt: der Freund, dem S. den Brief diktiere. Wenn S. demnächst auch noch G.s "Rinaldo" in den Händen halten werde, würden ihm die Dankesworte so lange fehlen, bis er durch Orpheus inspirirt G. vorsingen könne, was er fühle. Für die Vertonung habe er P. Winter als den classischsten deutschen Komponisten ausgewählt. Dank für G.s Einführung in die Idee der Cantate und die Distribution derselben. Die Passage aus Rinaldos Geschichte sei gut gewählt. - S. besitze G.s Conterfey als Kopie nach G. von Kügelgen sowie ein Bild unsres Pappa Wieland und erwarte noch Porträts von Schiller und Herder. Mit diesen 4 Evangelisten gedenke er seine Haus-Kapelle zu schmücken. - V. De Cesaris empfehle sich und bitte G., mit den bewußten italienischen Gedichten (D. Batacchi "Novelle galanti") zu verfahren wie ihm beliebe. - Gruß an die Sämmtlichen Fürstlichkeiten.
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