Brief

Von Johanna Antonia Josepha Brentano (19. Februar 1818)

B. erinnert an G.s Besuch im Herbst (1814 in Winkel) und hofft im Gefühl des Frühlings erneut auf G.s Gegenwart. Auch der wieder genesene Lahnbewohner (K. vom und zum Stein) erwarte G.s Besuch. Er habe vor seiner Abreise noch in B.s von seltner Freundeshand blumig bekränztes Stammbuch (Geschenk von G.; vgl. RA 6, Nr. 1418) geschrieben und ein Bildnis G.s mitgesandt; erwähnt: J. J. von Willemer. Über die Entwicklung von Steins Tochter Therese, die in Freundschaft mit B.s Kindern (Maximiliane und Josepha) verbunden sei. - Ausführlich über die Entstehungsgeschichte des für B.s Sammlung erworbenen Gemäldes von A. van Dyck (vgl. RA 7, Nr. 1438); dabei erwähnt: eine Beschreibung im 1. Teil von N. Vogts "Historischem Testament", S. 44, sowie der Kurfürst von Mainz (G. F. von Greiffenclau), Rubens und die vorläufige Aufstellung des Gemäldes gegenüber dem berühmtesten der Haasen (Tierstück von J. Weenix). Die Staedelianer hätten auch Interesse angemeldet, wie einem Aufsatz der Hrn Administratoren (Vogt, J. G. Hofmann, N. Schmidt, K. F. Starck und K. F. Kellner) in der (von F. Heldmann herausgegebenen) "Europäischen Zeitung" vom 29. Januar 1818 zu entnehmen sei. Derselbe Aufsatz handele von dem Versuch der paralysirten Vorsteher, den Ankauf des rothen Haußes rückgängig zu machen; erwähnt: der Hausbesitzer J. A. H. Dick. O wie gut wäre es wenn Göthe seine Ideen über die zweckmäßige Verwendung des Stiftungsvermögens ausspräche [...]. - P. Servière habe ihre baldige Rückkehr aus Paris angekündigt (vgl. RA 7, Nr. 1303). - Erinnerung an das von den Bewohnern Winkels (B. und deren Familie) im letzten Jahr gefeierte Rochusfest und Bezugnahme auf G.s drittes Heft (mit "Sankt Rochusfest zu Bingen", in: "Über Kunst und Altertum" I 2). Anspielung auf G.s Entlassung aus dem Frankfurter Bürgerrecht.

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