Brief
Von Friedrich Schiller (18. November 1796)
ln Kopenhagen sei man nach einer Mitteilung der Gräfin C. von Schimmelmann auf die Xenien ganz grimmig. Daß die "Xenien" ("Musenalmanach" für 1797) ihrer Natur nach gewürdigt würden, sei nicht zu hoffen. Bestenfalls könne man Toleranz erwarten. - Über Pläne, jetzt etwas Bedeutendes und Ernsthaftes ins Publicum zu bringen, und über G.s und S.s unterschiedliches Verhältnis zum Publikum. - Den beiliegenden Brief C. G. Körners über "Wilhelm Meisters Lehrjahre" vom 5. November erbitte S. schnell zurück, da er ihn im 12. Stück der "Horen" veröffentlichen wolle. - Die Neuauflage des "Musenalmanachs" für 1797 werde 500 Stück betragen. An den "Musenalmanach" für 1798 wage S. noch nicht zu denken, da ihn der "Wallenstein" den ganzen Winter und wohl fast den ganzen Sommer kosten könne. Diesem widerspenstigsten Stoff könne er nur durch ein heroisches Ausharren etwas abgewinnen. Außerdem fehlten ihm selbst die gemeinsten Mittel [...], wodurch man sich das Leben und die Menschen näher bringt, so daß er eine unsägliche Kraft und Zeit verliere, um sich eigene Werkzeuge zuzubereiten, mit denen er einen so fremden Gegenstand, wie ihm die lebendige u: besonders die politische Welt ist, zu ergreifen. Vor allem hoffe er, mit der tragischen Fabel vom Wallenstein nur erst soweit zu kommen, daß er ihrer Qualification zur Tragödie vollkommen gewiß sei. Sollte das nicht der Fall sein, würde er "Die Maltheser" noch vorher ausarbeiten. - S. hoffe, daß W. E. F. von Wolzogens Bewerbung um die Stelle F. L. A. von Hendrichs am Hofe Karl Augusts Erfolg habe. - Informationen zur Vorbereitung der 2. Auflage des "Musenalmanach" für 1797.
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