Brief
An Friedrich Gottlieb Klopstock (15.? April 1775)
Hier lieber Vater ein Wörtgen an's Publikum, ich ging ungern dran, doch mussts seyn.
Ich bin noch ziemlich in dem Zustande in dem Sie mich verlassen haben, nur dass es manchmal schlimmer wird, und dann von oben herab wieder ein Tau Tropfe des Universaal Balsams fällt, der alles wieder gut macht. Ich beschäfftige mich so viel ich kann, und das thut denn was. Indess muss ieder seinen Kelch austrincken spür ich wohl, u. so fiat voluntas . Gedencken Sie mein unter Ihren lieben. Ein Brief von Frau v. Winthem wird wieder zurück gelangt seyn. Schreiben Sie mir ein Paar Worte von Ihrer Reise. der Wagner von dem das Blätgen sagt, ist eben die Personage die Sie einen Augenblick auf meiner Stube des Morgens sahen, er ist lang hager. Sie standen am Ofen. Adieu
Goethe.
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