Normalzeugnis Zeugnis
Falk, Schillers erste Bekantschaft mit Göthen (*Magdeburgische Ztg., Montagsbl. 16. 1. 1933; GMD Falk IV 7)
(Aus seinem Munde 29. 3. 1813 abgeschrieben)
Ich kannte das Fräulein Lengefeld, mit welcher sich Schiller vermählte schon von sonst her. Dieß knüpfte die erste Bekanntschaft. Wir hatten zusammen einer Vorlesung über das Pflanzenreich beym seeligen Batsch beygewohnt. Ich kann nicht sagen, daß ich um diese Zeit irgend etwas von Schillern gewann ?, denn so wie er seinerseits ... auf dem Idealismus stand: so war ich auf dem Realismus versessen ... Nun traf es sich, daß beym Nachhausegehn die Rede auf die Vorlesung kam, wo ich bemerkte, daß man sich unaufhörlich mit den Generibus und Speciebus der Pflanzen herumquälte und darüber das Allerwichtigste, die Verwandelung, den Übergang, die Metamorphose, vernachläßigte. Ich theilte ihm hierüber meine Ansichten mit, die er freudig auffasste und hinzufügte, dieß sey ja eine Idee, und ich möchte sie ihm ja nicht vorenthalten. Ob es eine Idee sey versetzte ich, das läßt mich völlig unbekümmert, die Data aber, die meine Betrachtung zu diesen Resultaten führten, kann ich jedem vor Augen legen.
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