Brief
An Henriette von Pogwisch (7. Juli 1829)
An Henriette Ottilie Ulrike Freifrau v. Pogwisch, geb. Gräfin Henckel v. Donnersmarck.
Nach einer ganz ruhig und heilsam vorübergegangenen Nacht finde ich mich, gnädige Frau, in einem Zustande Ihro der Frau Großherzogin Königlichen Hoheit, wenn mir die Gnade Dero Gegenwart gegönnt seyn sollte, nicht unziemlich aufzuwarten.
Ausser diesem lebhaften Wunsche des Glücks zu genießen werde zu Gegenwärtigem noch veranlaßt durch die Ankunft eines sehenswerthen Bildes, einer munter auftretenden Portia, welches auf Befehl unsers gnädigsten Herren, alsogleich ins Museum gebracht werden soll, ich vorher aber, in ruhiger Stunde, zu bequemer Anschauung unsrer verehrtesten Fürstin darstellen möchte.
Durch gefällige Vermittlung geneigten Entschluß erbittend
HochachtungsvollgehorsamstJ. W. v. Goethe.
Weimar d. 7. Juli 1829.
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