Brief

Von Karl Friedrich Reinhard (15. bis 22. Mai 1812)

1812 Mai 15 R.s Antwort auf G.s Brief habe sich durch seine Abneigung verzögert, an meine Freunde mit der Post zu schreiben (vgl. RA 6, Nr. 141). R.s Hoffnung, den Brief anläßlich der Reise Napoleons (nach Dresden vom 16. bis 18. Mai) selbst zu überbringen, hätten sich zerschlagen. Er habe gebeten, sich dem Kaiser irgendwo auf der Durchreise vorstellen zu dürfen; dabei erwähnt: die Königin von Westfalen. Nach der Rückkehr von K. Sieveking aus Aschaffenburg, wo dieser H. B. Maret getroffen habe, werde R. über die Möglichkeit der Ausführung seiner übrigen Pläne für diesen Sommer und Herbst das nähere vernehmen. - Mit K. von Dalwigk, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit A. von Studnitz nach Kassel zu R. komme, schicke er einen kleinen Beitrag zu G.s Sammlung von Autographa (Schreckenbach Nr. 5, 28, 46f., 61, 67, 73, 88, 181, 213, 253, 269, 298, 305, 400, 424, 502, 554, 597, 625, ? 661, 684, 725, 815, 924 bis 927, 950, 955, 986, ? 998, ? 1217, 1230, 1279, 1318, 1342, 1381, 1385, 1400, 1407 und 1417); erwähnt: M. A. von Thümmel und K. von Dalwigks Mutter. - R. lege auch einige Notizen über mehrere Personen bei, die R. ein gewisses Interesse für G. zu haben scheinen. 1812 Mai 16 Zur Reise der westfälischen Königin nach Dresden; dabei erwähnt: Napoleon und die Kaiserin Marie Louise von Frankreich. - Die Rückkehr von Sieveking verzögere sich bis heute, da Maret erst am 14. Mai durch Frankfurt gekommen sei. - R. müsse, wie G. richtig vermutet habe, ebenso wie N. M. de Saint-Aignan für die Bereitstellung von Truppen für Napoleons Armee sorgen. Es giebt gar keine Politik mehr; die allgemeine Maxime sei, sich von den Umständen leiten zu lassen. - Über einen Irrtum im Brief von Saint-Aignan, der in seiner Erinnerung an eine Reise von Lemberg nach Warschau R. mit dessen damaligem Sekretär Fornetti verwechsle. - Da die Reise nach Dresden hinfällig geworden sei, wolle R. eine Rundreise (so will ich das französische tournée campisiren) (Anspielung auf J. H. Campes "Wörterbuch der Erklärung und Verdeutschung") zu den Fürsten machen, bei denen er akkreditiert sei; dabei erwähnt: die Fürsten von Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Lippe-Detmold, Waldeck (Friedrich oder Georg), Schaumburg-Lippe und der verstorbene Herzog August von Anhalt-Köthen. - Frage, ob G. bereits nach Karlsbad abgereist sei. - S. Boisserée habe bei R. die Hoffnung geweckt, G. am Rhein wiederzusehen, wozu G. aber wohl keinen entschiedenen Willen und R. keine Gelegenheit habe. - Über die Reisepläne von F. von Jacobi, der sehr erfreut über G.s Einschätzung seines Buchs ("Von den göttlichen Dingen") sei. Jacobi habe diesbezüglich ausführlich aus G.s Brief an F. von Schlichtegroll zitiert; dabei erwähnt: J. K. Lavater und F. W. J. von Schelling sowie dessen Antwort auf Jacobis Buch ("Denkmal der Schrift von den göttlichen Dingen"). - Anfrage zum Druck des 2. Teils von "Dichtung und Wahrheit" sowie von G.s "Romeo und Julia" (Bühnenbearbeitung nach Shakespeare in A. W. Schlegels Übersetzung). 1812 Mai 22 Da K. von Studnitz diesen oft unterbrochnen Brief am nächsten Tag befördern wolle, schließe R. heute, den 22sten. - Spekulationen über Anzeichen, daß R.s Aufenthalt in diesen Gegenden villeicht nicht mehr von sehr langer Dauer seyn möchte. - Falls es G. möglich sei, Saint-Aignan auf R.s Mitteilung anzusprechen, möge G. gleichzeitig R.s Vergeßlichkeit tadeln: R. habe Saint Aignan doch auf dem sächsischen Feldzug in Chemnitz getroffen.

Bezüge im Wissensnetz

Antworten darauf (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Wurde abgesendet von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde gesendet an (1)

GZP-Knowledge-Graph

Ist Antwort auf (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde abgesendet aus (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wird angeführt von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Zeitspanne (1)

GZP-Knowledge-Graph

Kategorie (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Brief und Korrespondenz

Teil von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen