Brief
Von Karl Friedrich Reinhard (19. April 1809)
Unsicherheit darüber, ob E. Le Leu den Brief vom 15. Februar (RA 5, Nr. 1100) G. überbracht habe, da R. noch keine Antwort habe. - Zu R.s Wappen, das von Napoleon bestätigt worden sei (vgl. RA 5, Nr. 1053); Absicht, G.s Brief und Zeichnung in seinem diplomatischen Familienarchiv aufzubewahren. - R. hoffe, G. in Göttingen zu treffen, wohin er seine Frau zusammen mit J. von Müller begleiten werde. C. de Villers dürfe nicht mitkommen; Vergleich mit der Situation Rinaldos (in Tassos "Befreitem Jerusalem"). Er habe aber seine neueste Schrift zugesandt (Villers "Coup d'Oeil sur l'état actuel de la littérature... en Allemagne", Amsterdam, Paris 1809), eine interessante Übersicht über die deutsche Literatur der letzten drei Jahre. Dringende Bitte, daß G. das Treffen in Göttingen wahrnehmen möge; Hinweis auf die Schätze der Göttinger Bibliothek. - Am 15. April sei Napoleon durch Straßburg gereist. Der erste Sturm hat sich über Baiern und vielleieht über Tirol verbreitet. Sorge um Sachsen. - Im "Moniteur" vom 13. April finde er soeben einen Rapport ans Institut über eine neue Komposition von Krystallen zu achromatischen Gläsern, die das Flintglas an Dichtigkeit und Wirksamkeit übertreffen. Frage, ob G. noch der edle Muth erfülle, gegen Neuton auf den Kampfplaz zu treten; Hinweis auf das Karlsbader Exemplar von G.s "Farbenlehre" in R.s Besitz. Erwähnt: das westfälische Königspaar und ein alter Bekannter aus Weimar (? W. von Pappenheim), mit dem R. sehr fremd geblieben sei.
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