Brief
Von Friedrich Schiller (6. Juli 1795)
Über Fichtes Reaktion auf S.s Ablehnung seines Aufsatzes "Über Geist und Buchstab in der Philosophie" für die "Horen": Fichte beschuldige S., seinen Aufsatz mißverstanden zu haben, und könne den Vorwurf der Verworrenheit der Begriffe über seinen Gegenstand [...] kaum verzeyhen. Trotz aller nicht unterdrückten Empfindlichkeit habe sich Fichte doch sehr zu mäßigen gewußt. - Der im "Neuen Teutschen Merkur" von 1795 veröffentlichte Aufsatz "Über den Stil in den bildenden Künsten", den J. I. Baggesen für das sublimste halte, was je über diesen Gegenstand geschrieben worden, stamme nicht von Fichte, sondern von K. L. Fernow. - K. L. Woltmann habe begonnen, an einem Roman ("Mathilde von Meerveld") zu arbeiten. - Von W. von Humboldt habe S. noch keine Nachricht. Gute Wünsche für G.s Aufenthalt in Karlsbad und Bitte um den Rest des 5. Buches von "Wilhelm Meisters Lehrjahren".
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