Brief
Von August von Goethe (14. bis 16. Juni 1819)
1819 Juni 14 Bericht über den Besuch der Gemäldegalerie unter Führung von K. F. Demiani und der Rüstkammer. Beide Sammlungen hätten A. von Goethe sehr beeindruckt. - Über im Gasthaus geschlossene Bekanntschaften mit einem Herrn (? K. C. E.) von Usedom und dessen Sohn (? Guido), mit dem Italiener (Chiari) und dem jungen engl. Capitain (Gregori) (A. Gregory). 1819 Juni 15 Erneuter Besuch der Gemäldegalerie, und zwar der 1. bis 8. Abteilung nach dem Catalog (Demiani und J. J. Schweigart "Neues Sach- und Ortsverzeichnis"). - Durch F. Matthäi seien A. und O. von Goethe danach die Gipsabgüsse von A. R. Mengs interessant gezeigt und erläutert worden. - Am Nachmittag seien die Antiken unter Führung von J. G. Lipsius besichtigt worden, der das Möglichste thut daß man ja nichts sehe, und einem das allenfals was er zeigen will mit recht trivialen Geschwäz verkümmert. Bei einer erneuten Besichtigung werde A. von Goethe die beiden am Eingang des Antikensals liegenden Löven des H. Sarastro (Anspielung auf Mozarts "Zauberflöte") ersuchen, Lipsius einige Zeit festzuhalten. Die im gleichen Gebäude untergebrachte Porzellansammlung habe man anschließend besichtigt. Sowohl die Sammlungen als auch die Paläste Dresdens seien ein Spiegelbild der Prachtliebe und Verschwendung des Kurfürsten August I. von Sachsen. - Über eine Theateraufführung von Calderóns Schauspiel "Der Arzt seiner Ehre" in der Übersetzung von J. Schreyvogel; erwähnt: die Schauspieler F. Hellwig, F. Schirmer, W. D. Schubert, F. A. Werdy und F. Julius. 1819 Juni 16 Weitere Berichte über einen Spaziergang durch die Stadt, einen Besuch von B. Quandt und H. Solmar aus Berlin, einen weiteren Besuch in der Gemäldegalerie, im Tierpark und bei englischen Reitern und Seiltänzern; erwähnt: der junge (? K. F. H. von) Helldorff. - Für den 18. Juni sei eine Reise in die Sächsische Schweiz geplant. - Dank für G.s Brief. Bitte, bei E. A. von Gersdorff für A. von Goethe eine achttägige Urlaubsverlängerung zu erwirken (vgl. RA 8, Nr. 884). Unabhängig davon freue er sich auf die Rückkehr nach Weimar und besonders auf seinen Sohn Walter. - Hinweis auf beiliegenden Brief und Grüße an U. von Pogwisch.
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