Normalzeugnis Zeugnis
Marianne Meyer an Goethe 22. 9. 1795 (GJb 14, 27)
Ich hofe es soll mir noch so manche frohe Stunde in Ihrer Gesellschaft werden, ich geniesse die verlebten noch so lebhaft in der Erinnerung und es wird mir so wohl aus der Entfernung mit Ihnen sprechen zu dürfen. Dass Sie mir antworten werden, dafür bürgt mir Ihre Freundschaft, Ihr gegebnes Wort und so lieber Freund leben wir miteinander fort, ich schreibe Ihnen wie es aus dem Herzen kömmt, durch den Sinn fährt, damit müssen Sie zufrieden sein, und das werden Sie auch. Ich war nie anders gegen Sie und Sie sagten mir, Sie wären zufrieden mit mir – Fahren Sie fort liebster Göthe mich fortzuhelfen, so wie Sie in Carlsbad thaten, ich bin Ihnen viel viel schuldig! ...
Adieu guter Göthe (den Geheimen Rath habe ich mir sehr gern von Ihnen weg raisoniren lassen) also immer guter Lieber Göthe, dabey bleibt es, von nun an bis in Ewigkeit. Amen! Wie steht es mit meiner Pathin? ich hofe Sie vergessen Ihre Versprechen nicht – mein Blättchen und noch mehr Versprochnes – wie auch die Haare, auf alles harre ich mit ungeduld – ich vergesse nichts, mit nächstem Posttage erhalten Sie alles.
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