Brief
Von Franz Joseph Schelver (18. Oktober 1806)
Freude über die Nachricht von G.s Wohlbefinden. Der botanische Garten habe durch die Schlacht und ihre Folgen verhältnismäßig wenig gelitten. S.s Wohnung sei dagegen völlig ausgeraubt worden; ausführliche Darstellung der Plünderungen. S. habe den Gärtner (G. Wagner) mit der Conservation der Gewächse beauftragt und habe vor, sich einem französischen Obersten als Arzt anzuschließen, nach Frankfurt zu gehen und den Winter bei Verwandten in Wetzlar zu verbringen. Auf Knebels Rat wolle er mit seiner Frau bereits am näehsten Morgen abreisen. Von J. F. Ackermann in Heidelberg habe er einen vom 27. September datierten Antrag zu einer Professur der Therapie mit 1500 fl Gehalt erhalten. Vor einer Zusage wolle er jedoch G.s Antwort abwarten. - Es wäre sehr zu wünschen daß ein verständiger Mann von Weimar nach Jena käme, um Ordnung zu schaffen, besonders da der Magistrat völlig den Kopf verloren und der Kommandant (Bouchard) sowie der Kommissar (Bigot) nicht über das hiesige Land unterrichtet seien (vgl. RA 5, Nr. 519).
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