Brief
Von Friedrich Schiller (19. Juli 1799)
Ausführliche Kritik über F. Schlegels "Lucinde" (Berlin 1799). Man glaube ein Gemengsel aus Woldemar (von F. H. Jacobi; Ruppert 972), aus Sternbald (von J. L. Tieck; Berlin 1798) und aus einem frechen französischen Roman zu lesen. - Über ein gestern eröffnetes Weimarer Privattheater, das neuen Stoff zum Problem des Dilettantism geliefert habe und eine gleiche Justiz wie die Jenenser erfahren werde. - Von "Maria Stuart" werde G. nur einen Akt vollendet finden, weil S. erst den poetischen Kampf mit dem historischen Stoff habe bestehen müssen. - Bedauern, daß G. die Bürgermeisterin J. S. Bohl doch nicht mit M. S. von La Roche einladen werde. S. empfinde La Roches Nähe als unangenehm. - Beiliegendes Buch bitte ich an Vulpius abgeben zulassen.
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