Brief
An Johann Caspar Lavater mit Peter im Baumgarten (14. August 1777)
Hochgeehrter Herr,
Sie werden es mier doch nicht verübel nehmen, dass ich ihren titel nicht sagen kann, aber weill Sie mir gesagt haben, daß ich ihnen schreiben soll so thu ichs doch iezt. Ich habe sonst nicht viell zu melden als das ich glüklich angekomen bin in Weimar ich habe noch nicht viel da gesehen als einen die Spißruten Laufen und einen aus brüglen und das ich in meinen Leben nicht mehr sehn mechte sein rüken ist so verhakt gewesen als wie man etwas sehn kan!
Weiter weis ich ihnen nichts zusagen.
Leben Sie wohl Lieber Her Lavater ich wünsche ihnen gute gesundheit.
Weinmar
d 14 august.
1777.
Peter im Baum-
garten /
Da schick ich dir Briefe von Petern die du weiter spediren sollst.
Mich machts lachen dass er zum antritt einen Spiesruthen lauffen und einen ausprügeln sieht. Das er, wie er sagt, nicht wieder sehn mag. Der Junge ist nun mein, und wenn ich’s recht kann, so soll er, wenn ich die Augen zu thue, oder ihn verlasse, oder er mich, von niemanden abhängen, weil er von allem abzuhängen fühlen muss. Adio man sagt immer was dummes wenn man was allgemeines, oder was künftig zu thuendes sagt.
Schreib mir ein Wort von Lindau’s Vermächtniss Geld, für den Buben, ich dencke wir werden kein Kraut fett damit machen, schreib mir auch ein Wort von dir. Sag Kaysern dass ich ihm das verlangte schicken werde. Adio.
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