Brief

An Friedrich Hildebrand von Einsiedel (29. November 1779)

l. Br. Du hast wohl gethan mir ein Wort zu schreiben, denn in die Weite Welt schallt eine bekannte Stimme gar gut, und ladt uns nach Hause. Wir sind auch auf der Rückkehr und warten in Zürch auf ein freundlicher Wetter. Mit unsäglichem Glück haben wir die Reise bis hierher gemacht, und hoffen ein gleiches auf die Zukunft. Es wird eine Menge zu erzählen geben, wir sind durch einen grosen Reichthum von Gegenständen gegangen, und die Abwechslung hat uns immer wie auf Wellen getragen. Von Menschen sehr wenig. Die alte Mutter ist immer das beste, und das gemeine Volck. Hier sind wir bey Lav. der sich ieden Tag neuer in meiner Seele verherrlicht. Adieu l. Br. Empfiehl mich. Zürch. d. 29 Nov 79 G. Wegen des Theaters ist besorgt, dass alles zubereitet, die Risse gemacht werden dass wenn wir zurückkommen sogleich angefangen werden kan, das nun nicht mehr lange wird. Rede doch mit Seckendorfen, und grüs ihn, und frag ob sein Trauerspiel fertig ist, wir werden doch mit Stücken anfangen müssen wo wenig Dekorationen nötig sind, bis wir uns einrichten können. Ubersez du doch auch wieder ein Stück.

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