Brief
Von Johann Heinrich Meyer (11. August 1796)
G.s Brief vom 22. Juli habe M. erst heute erhalten. Zu den Kriegsereignissen: Die Italiener behielten noch guten Humor; M. vergesse über seinen Kunstbetrachtungen die traurige Wirklichkeit. Obwohl der Geldwert falle, herrsche in Rom Ruhe. Venedig und Neapel rüsteten auf, und in der Lombardei werde gekämpft. - Die Altertümer im Palast Pitti seien zwar schon bekannt, aber noch nicht Erkannt gewesen. Zu M.s Entdeckungen an diesen Altertümern zählten ein Apollo vom alten Styl und die Statue eines Artzts aus Alexanders Zeiten, daneben eine Kopie der Justinianischen Minerva und 2 Ringer; in der Galerie ein MinervenKopf [...] von uraltem Styl und eine Darstellung der Todesweyhe der Alzeste. - Einzelheiten aber jene silberne Tafel (vgl. RA 2, Nr. 247), die Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers darstelle. Ihre besten Basreliefs seien von L. Ghiberti, andere von M. Finiguerra und A. del Pollaiuolo. - Bitte um Rat für seine Arbeitsvorhaben, da in Florenz der materielle Aufwand wesentlich größer sei als in Rom. - M. könne keinen Dauerauftrag über persönliche Mitarbeit an dem in Leipzig von F. A. Leo herausgegebenen "Magazin für Freunde des guten Geschmacks" übernehmen, wünsche aber den nützlichen Zweck der Zeitschrift durch Abbildungen schöner Gegenstände, von Tischen, Stühlen, Kaminen usw., die er durch geschickte Künstler zeichnen lasse, zu fördern (vgl. RA 2, Nr. 353).- Von K. F. Graf von Geßler fehle M. jegliche Nachricht. - Bitte um Geld.
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