Normalzeugnis Zeugnis

F. v. Stein, Lebensbeschreibung (Rohmann S. 5)

Ich war etwa neun Jahre, als mich Goethe zu sich in sein Haus nahm, welches ich die glücklichste Periode meiner Jugend nennen darf. Die Liebe, mit der er meine mannigfachen kleinen Wünsche erfüllte, suchte ich durch Anstrengungen zu verdienen. Durch Dictiren suchte er meine unfertige Handschrift auszubilden, und dadurch, daß er mir seine Wirthschaftsbücher und Rechnungen zu führen übergab, meine Fertigkeit im Rechnen zu üben. Ich machte mehrere kleinere Reisen mit ihm, besonders nach Ilmenau und in die Grafschaft Henneberg, wo er die Direction eines in der Folge mißglückten Bergbaues führte, und mich hierüber gern und vollständig belehrte. Dieses Glück hatte nur zwei Jahre gedauert, als Goethe eine Reise nach Carlsbad und von da nach Italien unternahm, ohne es jemand anderem als dem Herzog anvertraut zu haben. Ich blieb noch, weil man stets seine Rückkehr erwartete, fast ein halbes Jahr in seinem Hause, zog zuletzt jedoch wieder zu meinen Eltern, weil es mir in dem Hause zu einsam war.

Bezüge im Wissensnetz

Teil von (2)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Fand statt in (1)

GZP-Knowledge-Graph

Geschaffen von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen