Brief

Von Johann Heinrich Meyer (24. April 1796)

In den vergangenen acht Tagen habe M. im Vatikan Raffaels Werke und ihren KunstCharakter katalogmäßig erfaßt und eine Kopie nach Raffaels "Vertreibung des Heliodor aus dem Tempel" zum Kopf des Reiters in Aquarellfarben gemalt. - Über Unstimmigkeiten in M.s Beziehungen zu A. L. Hirt, dessen Manuskript "Reise von Grottaferrata nach dem Fucinischen See und Monte Cassino" ("Horen" 1796) vermutlich bei G. angekommen sei. M. setze Hoffnung in den jungen Schweizer Landsmann J. K. Escher, der Architektur studiere. - Gedanken über den eventuellen Erwerb verschiedener Gemälde aus dem Palast Lancellotti. Bewunderung für die Bäder der Livia, die Bäder des Titus, das Columbarium bey dem Tempel der Minerva Medica und das Grabmal von Aqua Acetoso. Überlegungen zur Versendung der "Aldobrandinischen Hochzeit". An Erwerbungen könne M. nur ein paar Münzen und eine kleine Uralte Hetrurische Vase mit schwarzen Figuren nennen. - Hoffnung auf G.s baldiges Kommen. Die Einschlüsse seien für Herder, Knebel und Böttiger.

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