Brief

Von Paul Wranitzky (6. Februar 1796)

Das Hoftheater bedaure, daß G. einen 2. Teil zu Mozarts "Zauberflöte" verfaßt habe, da diese Oper in einem Vorstadttheater von E. Schikaneder aufgeführt werde, mit dem das Hoftheater nicht rivalisieren wolle. Das Buch Schikaneders dürfte sehr mittelmässig sein, da C. A. Vulpius auf das Süjet und Musick andere Worte gemacht habe. Dagegen müsse G.s 2. Teil außerordentlich schön sein. W.s sehnlicher Wunsch, ein Opernbuch von G. in die Musik zu setzen, veranlasse ihn, um Änderung des Costumes oder des Personale zu ersuchen, weil W. sonst den Vorwurf auf sich zöge, sich mit Mozart messen zu wollen. Die Direktion des Hoftheaters würde das Buch annehmen, wie es ist, wenn G. wie Kotzebue und Iffland sich mit 25 Dukaten begnügen und den freyen Gebrauch des Buches zugestehen wolle.

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