Brief
Von Wilhelmine Christiane von Chézy (20. Dezember 1816)
Erinnerung an ihre Übersetzung des Calderón ("El galan Fantasma"), die sie durch ihren Freund den Doktor Osann habe überreichen lassen (? F. Osann; vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 14. November). Hoffnung auf G.s Urteil und eine mögliche Aufführung am Weimarer Theater. Falls G. keine Verwendung dafür habe, bittet sie um Rücksendung des Manuskripts. - Durch die Sorge um die Verwundeten (in den rheinischen Provinzen) und den reinen Eyffer für das Gute sei sie unverschuldet in eine Notlage geraten (Anklage wegen Beleidigung der Kriegsinvalidenkommission in Köln nach C.s Aufdeckung von Mängeln im Lazarettwesen). Klage über ihre Situation in Deutschlands kostspieligster Residenz, wo sie ganz als Fremde mit Kindern von allem ihr bisher Notwendigen abgeschnitten sei. Auch an die literarischen Kreise könne sie nicht so leicht wieder anknüpfen. Hinweis auf die zugunsten der Verwundeten herausgegebene Auswahl ihrer eigenthümlichen Dichtungen ("Auserlesene Schriften der Enkelin der Karschin"). - Angabe ihrer Adresse.
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