Brief
Von Johann Heinrich Meyer (24. bis 27. Januar 1796)
G.s Brief habe ihm Trost und neue Kraft gegeben. - M.s Schrift "Museo Capitolino", für die das Philosophenzimmer und das der Kaiser im Museum besonders viel Beiträge geliefert haben, sei beendet - ein umfassendes Vorübungsstück für die mit G. gemeinsam geplante Kulturgeschichte Italiens. Seine Methode glaube er auch auf die griechischen Werke anwenden zu können. An Skulpturen, Statuen und Büsten von Kaisern habe er Merkmale und Kennzeichen Abnehmender Kunst und des Geschmacks wahrnehmen können. Da sich jedoch G. und M. im Fall derer befänden, die einen neuen Glauben stiften wollen oder [...] den Aberglauben zu bekämpfen vorhaben, halte M. es für ratsamer und nützlicher, bloß das gute & löbliche an der Kunst zu bemercken und von den Fehlern soviel als mögl. zu schweigen. - Seit einigen Tagen arbeite M. im Vatikan an Gemälden Raffaels und hege den Plan, nur bestimmte Teile jener großen Bilder zu zeichnen, um die Verschiedenheit des Stils und das Wachstum des Geschmacks anschaulich darzustellen. Er habe ein Gesuch für das Kopieren der "Aldobrandinischen Hochzeit" eingereicht. - M. wolle versuchen, ohne Kredit beim Bankhaus Torlonia auszukommen. - Freude über C. W. Hufelands Ruf nach Pavia. Dank für M.s Ernennung zum Professor durch Herzog Karl August. Den Ruhm K. L. Fernows, der in Rom Vorlesungen über Kantische Ästhetik vor deutschen Künstlern halte, sehe M. zur Neige gehen. A. L. Hirt sei todkrank gewesen.
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Weitere Quellen- Brief und Korrespondenz