Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (22. Dezember 1802)

Dank für G.s gutes Andenken und holdes Geschenk. K. lobt "Was wir bringen": Er habe die wahre pedestrem sermonem der Alten in dem Prologe u. hie und da im Stücke selbst bewundert. In "Mahomet" und "Tancred" sei der kräftigere poetische Gang und Ausdruck gegenüber Voltaires Original sogleich aufgefallen. - Batschs Tod sei K. sehr nahe gegangen; K. sei sicher, daß G. für die Witwe und die Kinder mit sorgen werde. - Glückwunsch an J. H. Meyer zur Vermählung (mit A. K. F. von Koppenfels). - Bedauern, G. diesen Sommer nicht in Weimar angetroffen zu haben. Von K.s gefährdeter Gesundheit, die er wegen seines Sohnes (Karl Wilhelm) erhalten müsse. - Über seine literarischen Bemühungen: Mein alter Lukrez ("Von der Natur der Dinge", vgl. Ruppert 1405f.) ist nicht vergessen. K. wolle ihn mit Noten versehen, die auf den Grund seiner Aussprüche u. seines philosophischen Systems selbst gerichtet seyn sollen. Durch einige trefliche data lasse sich beweisen, daß dieses System viel älter als Epikur und Lukrez sei. - Etwas von meinen eignen kleinen Auflügen wirst Du vielleicht schon in der"Adrastea" erblickt haben (K.s Gedichte in der "Adrastea", vgl. Ruppert 956; "Dem Jahr 1801", "Blumen aus dem Garten eines Freundes", "Lied der Hoffnung. Zum neuen Jahr", "Adrastea", "Hymnus an die Sonne").

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