Brief
An Johann Carl Wilhelm Voigt (28. März 1812)
An Johann Carl Wilhelm Voigt.
Ew. Wohlgeb.
haben mir durch die Übersendung der neu entdeckten Crystalle ein besonderes Vergnügen gemacht, und ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie Sich meiner bey dieser Gelegenheit haben erinnern wollen. Es ist sehr merkwürdig, daß diese Form so oft in allen Größen vorkommt. Die Carlsbader Feldspathzwillingscrystalle sind bekannt; über Eger bis nach dem Fichtelberg zu kommen sie gleichfalls vor. Noch in flächeren Tafeln, denjenigen ähnlich, die Sie mir übersendet haben. In Carlsbader Graniten kommen sie klein aus rothem Thon gebildet vor, andere sind grün und haben ein Talckartiges Ansehen. Ferner über der Eger sind sie weiß, und fast schon zu Porcellanerde übergegangen, diese sind die kleinsten. Alle benannten, die ich kenne, machen Bestandtheile des Granits aus, daß sie nun noch im Thonporphyr entdeckt sind, ist sehr interessant, und deutet auf die Hartnäckigkeit der Natur, bey solchen Formen zu verharren, wenn sie dieselben einmal geliebt hat. Der Übergang von der vierseitigen Säule zur sechsseitigen Tafel wird sehr deutlich durch die Exemplare, welche Sie mir gesendet haben. Ich wünsche dagegen etwas Gefälliges erzeigen zu können. Ich gehe dieses Jahr wieder nach Carlsbad, bezeichnen Sie mir etwas von den dortigen Merkwürdigkeiten, was Ihnen Vergnügen machen könnte. Ich wünsche recht wohl zu leben, und empfehle mich Ihrem freundlichen Andenken.
Weimarden 28. März1812.
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