Brief
Von Karoline Herder und Johann Gottfried Herder (12. Juli 1793)
Übersendung von Herders 5. Sammlung "Zerstreute Blätter" (Ruppert 957); darin befänden sich einige Beiträge, die G. noch nicht im Manuskript gesehen habe. - Freude über G.s Voranschreiten in seiner Arbeit an "Reineke Fuchs" und in der Optik. - Herder arbeite seit dieser Woche emsig an einer theologischen Schrift ("Von der Gabe der Sprachen am ersten christlichen Pfingstfest"), und Karoline H. glaube fast, daß er mit Zungen rede. - Empfehlung von J. L. von Heß' Durchflügen durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich an G. und dessen Mutter Katharina Elisabeth, da darin die Entwicklung der Reichsstädte behandelt werde. - Dank für das G.s letztem Brief beiliegende Schreiben des Herzogs Karl August an Herder vom 14. Juni 1793. - Herder bedauert das während der Belagerung bombardierte Mainz. Es sei gut, daß die französischen Revolutionstruppen aus dem Reichsgebiet vertrieben würden: man dürfe sich aber auch nicht in die inneren Angelegenheiten Frankreichs einmischen. - In Weimar sei alles in Statu quo. J. H. Meyer arbeite an seiner Abhandlung "Über die alten Monumente". Lavater habe Herder unbewußt dazu angeregt, sich mit der "Gabe der Sprachen am ersten christlichen Pfingstfest" zu befassen.
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