Brief

Von August Prinz von Sachsen-Gotha und Altenburg (14. Mai 1806)

Entschuldigung für die späte Rücksendung von Augusts Stammbuch, auch im Namen der Unterzeichneten (W. Schlick, M. A. von Thümmel, Franckenbergs sowie S.), u.a. mit S.s Eintragung vom 8. April. Er habe einen bekannten prosaischen und dichterischen Schriftsteller unserer Zeit (Voltaire), den er sehr hochschätze, zu dieser heiligen Verrichtung angeworben ("S'occuper, c'est savoir jouir..."). Hinweis auf den fünfjährigen Schlick; Vergleich mit Napoleon. - Sorgenvolle Betrachtungen zur politischen Situation, vor der er gewarnt hatte: ,Bleibt doch ruhig zu Hause! Laßt doch das gut seyn! Nehmt doch Vernunft an!'. Am Ende werde es heißen: plectuntur Achivi (die Griechen werden büßen). - An August sende er seinen pathlichen Segen. Keiner der Leser von Augusts Stammbuch habe den tiefen Sinn von S.s Eintragung begriffen; sie konnten (wie unser Wieland sagt) den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen. S. verweise G.s Sohn auf das Hexen-Einmahleins [...]: ,Du mußt verstehn!' ("Faust" I, Vers 2540).

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