Brief
Von Johann Isaak Gerning (17. März 1795)
Dank für G.s gütige Zuschrift und Wein Anzeige. Wegen dem Lacrimae Christi und den heiligen Vasen habe Gerning an die Holl. Freunde geschrieben und hoffe, daß sie uns nicht entgehen werden. - / Vom Neapol. Frieden, der in den Zeitungen erschallt, weiß ich noch nichts Bestimmtes [...]. Bis er Genaueres erfahre, werde Gerning seine Studien in Jena fortsetzen. Über seinen Jenaer Vorlesungs- und Arbeitsplan. Es freut mich daß die Tabellen so perlustrirt werden [...]. C. G. Schütz habe in der Ästhetik-Vorlesung eine grose Tabelle aller Dichtungsarten gegeben, die Gerning für G. abschreiben lassen werde. - Durch die in Nr. 20 des Intelligenzblattes der "Allgemeinen Literaturzeitung" vom 18. Februar 1795 angekündigte Übersetzung von Lukrez' Werk "De rerum natura" (Übersetzer: J. H. F. Meinecke) werde sich Knebel in der Absicht, dieses Werk auch zu übersetzen (vgl. Ruppert 1405), hoffentlich nicht beirren lassen. - Max Jacobi werde am 19. März Jena verlassen und acht Tage bei G. bleiben. Falls Gerning, der vor seiner Abreise wieder einiges bei G. deponieren müsse, dem Dichter nicht lästig falle, würde er ebenfalls gern bei ihm wohnen.
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