Brief
Von August Prinz von Sachsen-Gotha und Altenburg (29. September 1796)
Ausführliche Erörterungen zu S.s Märchen "Princesse perruche", das ihm sehr am Herzen liege und zu dem er G.s Meinung erbitte. Bitte, über die darin enthaltenen Ketzereyen nicht böse zu sein, zumal S. in seinem Märchen einige Winke gegeben habe, um der Erscheinung eines Robespierre in G.s Vaterlande zuvorzukommen. Ein Robespierre ist blos ein unglücklicher Zufall, wie eine schwere Krankheit, die uns auf der Reise befallen kann, und die darum das Reisen an und für sich selbst weder zu einem Verbrechen, noch zu einer Thorheit umbildet. Deshalb tue seine Prinzessin, was Ludwig der XVI hätte thun sollen. Im übrigen könne der Tod des Königs nun auch durch militärische Aktionen nicht mehr rückgängig gemacht werdes. S. wünsche deshalb einzig und allein den Frieden. - S. bittet G. dringend, ihm das Märchen wieder zurückzuschicken und sein Urteil gerade heraus mitzuteilen. - Auch habe S. noch eine Fabel, in Prosa und in Versen ("Der Elefant und der Floh. Eine ungedruckte Fabel G. E. Lessings") senden wollen, aber G.s Stillschweigen habe ihn furchtsam gemacht.
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