Brief
Von Karl Philipp Moritz (9. August 1788)
M. habe große Sehnsucht nach G. empfunden. Überhaupt fühle er sich nach wie vor im Geist mit G. verbunden und in allen wichtigen Fragen von G. beraten. Das beziehe sich auch auf M.s mathematische Studien, die er intensiv betreibe und durch die er immer näher an die ruhige Betrachtung des Schönen geführt werde. - Frage, ob Herder wirklich nach Italien kommen wolle. - Mitteilungen über F. Müller, A. C. Dies, F. A. Macco und Verschaffeldt. - M.s Abhandlung "Die Signatur des Schönen. In wie fern Kunstwerke beschrieben werden können" habe ihn sehr weit geführt; weil sie zugleich Bestimmung der Grenzen zwischen Bildung und Poesie mit in sich begreift. Darstellung der Resultate dieser für M. sehr erfreulichen Arbeit, über die er sehr gern mit G. sprechen würde. - Seine Schulden bei G. habe er durch die Übersetzung von Serassis "Vita di Torquato Tasso" zu tilgen gehofft und bitte um G.s Meinung. - An Fleiß soll es mir so lange ich lebe, nicht mehr fehlen [...].
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