Brief
An Friedrich Heinrich Jacobi (wahrscheinlich zwischen 15. und 31. Januar 1786)
Deinen Brief habe ich wohl erhalten und die Litteratur Zeitung gleich bestellt. Es wundert mich daß sie noch nicht ankommt, ich will sie gleich erinnern. Die Rechnung lege ich bey was du mir noch schuldig bist.
Wieland hat ich weis nicht welch Bedencken die Recension einzurücken, also ists recht gut.
Mendelsohns Todt hat war sehr unerwartet, die zurückgebliebnen werden nun für den Todten fechten und sie haben dadurch gut Spiel. Da ich ausser Herdern niemand sehe noch höre den diese Angelegenheit interessirt; so weis ich nicht was was deine Schrifft und M. Betragen im Publiko für Sensation macht. Uberhaupt liegt die Sache zu sehr ausser dem Gesichtskreis der meisten.
Der Herzog ist nach Berlin, dort wie natürlich wohl aufgenommen. Der abgelebte Löwe mag ihn mit seinem letzten Athem seegnen. / Der Fürstinn hab ich geschrieben und etwas geschickt. Sende mir doch was sie von Fr. v. Stein schreibt, du kannst dencken daß ich neugierig bin. Ich verspreche daß niemand es sehen, noch dessen Daseyn erfahren soll.
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