Brief
Von Sophia Friederika Henriette Sander (15. November 1800)
Seit ihrer Rückkehr aus Weimar habe sie G. Schreiben wollen, es aber nicht gewagt. Der Genius der Zeit (A. Hennings) habe ihr aber gesagt, daß G. allen Frauenzimmern mit jener gefälligen Artigkeit begegne, mit der man Kinder zu behandeln pflegt. So wolle sie sich ihm wie ein Kind nahen und hoffen, daß G. ihr nicht mit der unerbittlich strengen Mine, wie F. Burys Porträt sie zeige, begegnen werde. Auch an J. F. Rochlitz' Schicksal habe G. Anteil genommen (vgl. RA 3, Nr. 1160). - Da G.s Allegorie "Paläophron und Neoterpe" (aufgeführt in Weimar am 31. Oktober 1800 anläßlich des Geburtstages der Herzogin Anna Amalia am 24. Oktober; vgl. RA 3, Nr. 917) enthusiastisch gelobt werde, bitte sie um Ausleihe des Manuskripts.
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